Ein sehr kurzer Abriss der Geschichte Russlands
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Die Geschichte Russlands beginnt um das Jahr 700 n. Chr. mit der (ost-)slawischen Kolonisierung der Wälder der heutigen Zentral- und Ostukraine. Um 822 fielen schwedische Wikinger (Waräger) in der Region entlang von Dnjepr und Wolga ein und gründeten verschiedene Fürstenherrschaften. Dieser Einfluß aus dem Norden bescherte der Region den Beginn des ersten vorrussischen Staatswesens, der „Kiewer Rus“ (Киевская Русь). [fehlt noch: Charakterisierung der Rus']
Der warägische Adel assimilierte sich bald der slawischen Bevölkerung. Im Jahre 988 wurde Russland von Fürst Wladimir christianisiert. Die byzantinische Kirche erhiehlt Einzug in Russland und mit ihr auch der Beginn einer Verschriftlichung der Sprache. Im Gegensatz zur römischen Kirche ließen die Ostkirchen eine Übersetzung der Bibel zu, das „Altkirchenslawisch“ wurde zur Basis der heutigen russischen Sprache.
Das erste Reich zerfiel im Sturm der tartarischen Mongolen 1238. Die Fürsten wurden verpflichtet, dem Khan der Goldenen Horde Tribut zu zollen. Politische und kulturelle Mittelpunkte waren Kiew, Moskau, Jaroslawl, Rostow, Rjasan, Twer, Nowgorod, Pskow. Erst im Jahre 1533 konnte das „Tartarenjoch“ endgültig abgeschüttelt werden.Unter Iwan IV dem Schrecklichen begann Russland mit seiner Expansion Richtung
Sibirien. Mit Kasan, der Hauptstadt Tatarstans, kam erstmals ein nichtrussisches Volk unter russische Herrschaft. Seitdem sieht man man Russland als einen multinationalen („russländischen“) Staat an.
Auch bestehende Reiche Mittelasiens wurden eingegliedert bzw. schlossen sich dem Imperium an. Durch diese Vereinigung verschiedenster Völker erlangte die russische Gesellschaft eine äußerst bunt gemischte Zusammensetzung, die in ihrer Form einmalig ist.
[fehlt noch: Zeit der Wirren, Polen, Beginn der Romanow-Dynastie]
Unter Peter I dem Großen beginnt sich Russland zunehmend der Welt zu öffne
n und wendet sich radikal dem Westen zu. Eine Flotte wird gegründet, St.
Petersburg löst Moskau als Hauptstadt ab, der alte Adel wird entmachtet. Von nun an bis zur Revolution 1917 wird westlich-feudales Gesellschafts- und Staatsverständnis vorherrschen. Unter Katharina I der Großen manifestierte sich das von Peter dem Großen gelegte Fudament. Ausländische Handwerker kamen in Massen ins Land.
Der stärkerwerdende Handel mit dem Westen zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte auch neue Ideologien ins Land. [fehlt noch: Napoleon, Dekabristen, Identität] Auf Grund politischer, gesellschaftlicher u
nd ökonomischer Veränderungen und dem im Jahre 1905 verlorenen Krieg gegen Japan ging dem Zaren nach und nach die Macht verloren (1905 Einrichtung eines Parlaments, der Duma). Der fehlende Wille, die Zeichen der Zeit anzuerkennen und die Macht auch nur geringfügig mit dem Volk zu teilen, als auch die vom ersten Weltkrieg zermürbte Bevölkerung, zwangen den Zaren Nikolaus II im Rahmen der sog. „Februarrevolution“ abzudanken. Der erste „demokratische“ Präsident Kerenskij entschied, um sich die Unterstützung der Militärs und der Kriegsverbündeten zu sichern, den Krieg mit Deutschland weiterzuführen.
Durch die allgemeine Knappheit, die daraus resultierte, und aufgrund ungeregelter Machtverhältbnisse blieb die erste russische Republik eine Totgeburt. Parallel zu den staatlichen Organen wurden Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets) gegründet, die auch großen Zulauf gewannen, da sie kompromisslos für ein Kriegsende und für eine Bodenreform eintraten. Am 7. November 1917 (d.h. am 24. Oktober nach dem alten Kalender) putschten sich die Bolschewiken (большевики / „Mehrheitler“), eine Splittergruppe der Sozialdemokraten, an die Macht und behielten sie bis Ende 1991. Nach einem blutigen Bürgerkrieg zwischen den Bolschewiken (den „Roten“) und den „Weißen“ (Sammelbezeichnung für alle gegnerischen Parteien) wurde 1922 formell die Sowjetunion ausgerufen.
Am 22. Juni 1941 Überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion, was einen vierjärigen Krieg nach sich zog. Russland verbündete sich mit den Alliierten und besiegte zusammen mit ihnen Deutschland am 9. Mai 1945. Im Verlaufe des Krieges wurden 20 Millionen Sowjetbürger getötet. Der 9. Mai ist heute noch ein staatlicher Feiertag (Tag des Sieges / День Победы).
Seit 1917 wurde die Sowjetunion autoritär von der KPdSU geführt, mal mehr, mal weniger streng. Am schlimmsten musste das Volk unter Stalin leiden. In der Zeit der großen Säuberungen von 1938 bis zu Stalins Tod 1953 kamen verschiedenen Schätzungen zufolge 10-50 Millionen zu Tode oder wurden in sibirische Arbeitslager deportiert.
Kurz nach dem Tode Stalins erlebte Russland unter Chruschtschow eine Entstalinisierung. Der Personenkult um Stalin wurde beendet. Auf die Zeit des Wiederaufbaus folgte eine Zeit der relativen Stabilität, die in eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stagnation insbesondere Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre, also am Ende der Breschnew-Ära, mündete. Es gab kein politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Vorankommen mehr, was durch den 1980 begonnenen Afganistankrieg nur noch verstärkt wurde.
Nachdem mehrere Parteisekretäre nach Breschnew kurz nacheinander im Amt starben und dadurch die Überalterung der politischen Elite und des politischen Denkens der UdSSR offensichtlich wurde, wurde 1985 auf der XXVII. Deligiertenversammlung der KPdSU ein neuer, junger Generalsekretär gewählt: Michail Gorbatschow.
Unter dem neuen Haupt der Kommunistischen Partei begann ein politisches Tauwetter, das unter den Namen „Perestrojka“ (перестройка=Umbau, Umgestaltung) und „Glasnost“ (гласность=Offenheit, Transparenz) dem Land und seiner Bevölkerung immer mehr Freiheiten. Gorbatschow scheiterte mit seinem Vorhaben die Sowjetunion zu reformieren und das Land zerfiel in fünfzehn einzelne Republiken. Eine Unionsrepublik nach dem Anderen erklärte 1991 seine Unabhängigkeit, ebenso Russland, das sich zum Rechtsnachfolger der UdSSR ausrief.
Dies geschah kurz nach dem Putsch altkommunistischer Generäle gegen Gorbatschow im Jahre 1991. Damals war Boris Jelzin bereits Präsident der russischen Sowjetrepublik. Durch das Scheitern der Putschisten entglitt auch Gorbatschow als Staatschef die Macht in der Sowjetunion, einem Staat, der in Auflösung begriffen war.
Der neue Machthaber, wenn auch nur über die größte sowjetische Nachfolgerepublik, war Boris Jelzin.
Die neugegründete Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS / СНГ, Содружество Независимых Государств), die allseits zunächst als Nachfolgeorganisation der UdSSR gesehen wurde, hat in der Realität allerdings nicht so viel Bedeutung, wie ihr im Westen zunächst allgemein zugeschrieben wurde. Es hat häufig den Anschein, dass sie nur auf dem Papier besteht. Boris Jelzin blieb zwei Amtszeiten Präsident der neugegründeten Russischen („Russländischen“) Föderation.
Am 3. Oktober 1993 wurde der Volksdeputiertenkongress, ein noch in kommunistischer Zeit gewähltes Organ, gewaltsam aufgelöst. Im selben Jahr wurde die russische Währung und Wirtschaft dem Markt freigegeben, was zu großer Inflation führte und viele Betriebe ins aus stürtzte. siehe Wirtschaft
Dazu kommt, dass Russland seit 1994 bis heute in Tschetschenien einen nicht erklärten Krieg führt und die jungen Rekruten bei der Armee unter Teils unmenschlichen Bedingungen ihren Dienst tun müssen. Die überall im Lande verbreitete Armut und das wenig vorhandene Umweltbewusstsein läst erahnen, wieviel in Russland im sozialen und ökologischen Bereich noch zu tun ist.
Aufgrund allseits bekannter gesundheitlicher Probleme Jelzins gab er die Macht zu Neujahr 2000 an seinen Vizepräsidenten Wladimir Putin ab. Putin ließ sich im selben Jahr vom Volk im Amt bestätigen.
Zur Zeit verlebt Russland im Vergleich zu den 90er Jahren eine relativ stabile Zeit, die soziale, ökonomische, ökologische Talsohle ist jedoch möglicherweise erst teilweise durchschritten.













































